Das Internet soll grüner werden – Initiative CO2 neutrale Homepage

Bei mir ist das fast täglich der Fall. Notebook aufgeklappt und im Internet, Fernseher läuft nebenbei, Handy wird gerade aufgeladen oder genutzt. Bei mir keine Seltenheit. Parallelnutzung ist Alltag. Viel über mein Verhalten nachgedacht habe ich nie, obwohl ich mich selbst als „stromsparend“ bezeichnen würde. Ich schalte grundsätzlich das Licht aus, wenn ich mich nicht im Raum aufhalte. Ich lasse Geräte nie auf Stand-By und ich nehme Netzkabel sofort vom Strom, wenn das Laden beendet ist.

Ich muss feststellen, dass ich mich mit dem Thema Internet, CO2 und Stromverbrauch wirklich nie auseinandergesetzt habe. Ein Logo hat mich aber nun auf dieses Thema aufmerksam gemacht: 

 

Zu finden hier auf Danone.de oben rechts

Was verbirgt sich hinter diesem Logo und wie können Webseiten überhaupt CO2 verursachen?

Um das zu beantworten, habe ich mich direkt an einen der Mitgründer der Initiative „co2 neutrale Website“ gewandt, Morten Nielsen. Er hat sich netterweise bereit erklärt, mir meine offenen Fragen zu beantworten:

 

Von links nach rechts: Morten Nielsen (initiator), Niels Dupont (Director at Windenergy Danmark), Gert Zimmer (on behalf of Oestjysk Innovation and the Ministry of Science, Technology and Innovation) und Lars Ribe (scientist at Aarhus University Hospital)

Hallo Morten, wer steckt hinter der Initiative “CO2 neutrale Website”?

www.CO2neutralwebsite.de gehört zum einen Teil dem dänischen Staat und zum anderen Teil einem Innovation Fond für Umwelttechnik. Wir haben die Initiative zuerst auf der UN COP15 Konferenz in Kopenhagen präsentiert. Seither wächst die Initiative weltweit. Wir haben heute Teilnehmer aus mehr als 25 Ländern, Danone gehört hierbei zu den ersten in Deutschland. Sowohl sehr große als auch sehr kleinen Unternehmen treten der Initiative bei.

Wie kann eine Webseite überhaupt CO2 produzieren?

Die Server, die eine Webseite bereitstellen, verbrauchen Strom. Das gleiche gilt auf Nutzerseite für die Computer und Monitore. Bei der Stromerzeugung wird CO2 freigesetzt und das ist schlecht für das Klima. Die Höhe des CO2 Ausstoßes einer spezifischen Webseite hängt in erster Linie von der Anzahl der Zugriffe (dem Traffic) sowie der Komplexität der Webseite ab.

Als Unternehmen und auch als regelmäßiger Internetnutzer, wie kann man die Umwelt schonen und den CO2 Ausstoß reduzieren?


Die beste Lösung wäre eine komplette CO2 neutrale Stromerzeugung. Ein Unternehmen kann aber nun mal nicht beeinflussen, woher seine Nutzer den Strom beziehen. Aus diesem Grund kann kein Unternehmen selbst eine CO2 neutrale Webseite anbieten. Wir helfen deshalb eine Reduzierung von CO2 durch unsere Projekte zu gewährleisten, um ein allgemeines Gleichgewicht zu erreichen. Auf diese Weise kann ein Unternehmen seinen Nutzern direkt zeigen, dass das Surfen auf ihrer Webseite „CO2 neutral“ ist.
Als Nutzer wiederum ist es wichtig sich immer selbst daran zu erinnern, den Computer auszuschalten, wenn er nicht genutzt wird. Das ist ebenso eine großartige Methode CO2 Emissionen zu reduzieren – außerdem spart man Geld bei der Stromrechnung.

Wie stellt ihr die CO2 Neutralität denn sicher?

Wir haben uns am Bau von Windkrafträdern beteiligt, da diese großartige Alternativen zu Brennstoff-Kraftwerken darstellen. Diese Windkrafträder haben wir sehr nahe an die COP15 gebaut, um mehr Aufmerksamkeit auf das Projekt zu lenken. Sie produzieren heute CO2 neutralen Strom.
Unser jüngstes Projekt beschäftigt sich mit Energieeffizienz in Kenia. In vielen ländlichen Gebieten kochen die Familien noch auf dem offenen Feuer. Das ist nicht nur schlecht für die eigene Gesundheit, da der Rauch gefährlich ist, sondern sie sind auch dazu gezwungen viel Holz zu verbrauchen. Kochen bei offenem Feuer erzeugt viel CO2. Unsere Initiative stellt energiesparende Kocher bereit, die die offenen Feuerstellen ersetzen sollen. Es wurde unabhängig überwacht, wie viel CO2 dadurch eingespart werden konnte. Das Ergebnis ist nicht nur weniger CO2, sondern auch die Verbesserung der Lebensqualität der Familien. Wir sind sehr stolz darauf – und wir sind dankbar für Unternehmen, die die Initiative unterstützen und unsere Projekte damit erst möglich machen.

Welches umweltpolitische Ziel möchtet ihr unbedingt erreichen?

Unser Ziel ist es, dass so viele Unternehmen wie möglich unserer Initiative CO2neutralwebsite.de beitreten. Auf diese Weise können wir unseren Einfluss auf das Klima maximieren. Wir sehen jetzt schon, dass viele Unternehmen beitreten, um unsere Arbeit zu unterstützen. Durch mehr Teilnehmer, die unser Banner auf ihrer Webseite präsentieren, möchten wir unseren Markenwert stärken. Wir mögen diesen beidseitigen Gewinn für das Klima und die Geschäftsinteressen der Unternehmen.

Was sind eure nächsten Pläne?

Wir engagieren uns derzeit für ein Regenwald-Projekt in Ecuador. Das Rio Wildlife Reservat ist ein Gebiet mit einem hohen ökologischen Stellenwert – „ein Hotspot des Endemismus“ von denen es weltweit nur 25 gibt (Anmerkung: Endemismus bezeichnet das alleinige Vorkommen bestimmter Arten oder Pflanzen in einem bestimmten Gebiet, z.B. die Galapagos Schildkröten). Auf der ganzen Welt leiden tropische Wälder durch die verheerenden Folgen der Abholzung. Unser Projekt hilft die Wälder vor der unmittelbar bevorstehenden Ausrodung zu bewahren und zu erhalten. Dies reduziert ebenso Kohlenstoff Emissionen.

Vielen Dank für dieses Interview. Ich wünsche dir und deinem Team einen großen Erfolg und ich hoffe, dass ihr eure Ziele erreichen werdet!

Wer noch mehr über die Initiative “CO2 neutral website” erfahren oder seine eigene Seite für die Initiative sogar anmelden möchte, findet alle weiteren Informationen unter

www.co2neutralwebsite.com.

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